Für das System wird die 128 GB SSD genutzt. 128 GB sind mehr als genügend Platz für das System und alle nötigen Daten.
Alle weiteren, systemunabhängigen Daten sollen auf einem Festplattenverbund (Raid) gesichert werden. Dazu zählen vorerst nur Mediendaten, sowie ein Ordner über welchen ich Dateien von meinem Laptop zu meinem Desktop PC sharen kann, bzw. sie dort sichern kann falls ich mal unterwegs bin.
Hierzu liegen zwei 2 TB Festplatten vor, diese sollen in einem Software Raid 1 miteinander verbunden werden. Bei einem Raid 1 werden alle Daten auf beiden Festplatten gespiegelt, und jede Festplatte ist weiterhin einzeln nutzbar, sollte mal eine ausfallen.
Auf Basis der Anleitung unter https://ctaas.de/software-raid.htm machen wir uns an das Einrichten des Raids.
Nachdem ich im BIOS überprüft habe, dass die Festplatten korrekt erkannt werden, überprüfe ich über
sudo blkid -c /dev/null | grep UUID_SUB
die UUIDs (universally unique identifier), und mit
sudo hdparm -i /dev/sda /dev/sdb /dev/sdc | grep Serial
die zugehörigen Seriennummern. Nun markiere ich die Festplatten (bspw. mit 1, 2 & 3) und notiere mir die zugehörigen Daten
Laufwerk-Geräte-Namen [/dev/sdX]
die [Seriennummer]
und die [UUID]s
in einem Dokument. Somit kann ich später, sollte es zu einem Ausfall kommen, klar identifizieren welche Platte betroffen ist. Diese Infos kann man auch direkt auf den Festplatten notieren, wenn man möchte.
Bei mir sind die beiden Festplatten, die im Raid verbunden werden sollen, sda und sdb. sdc ist die Systemplatte.
Nun geht es ans Terminal. Erstmal mdadm installieren mit
apt-get install mdadm
Für beide Platten eine neue Partitionstabelle anlegen mit
sudo parted /dev/sda mklabel gpt
sudo parted /dev/sdb mklabel gpt
Partitionen für beide Platten anlegen mit
sudo parted -a optimal -- /dev/sda mkpart primary 2048s -8192s
sudo parted -a optimal -- /dev/sdb mkpart primary 2048s -8192s
Den Typ der ersten Partition auf RAID ändern:
parted /dev/sda set 1 raid on
parted /dev/sdb set 1 raid on
Nun legen wir das Raid an.
Beim Erstellen eines neuen Raid-Verbundes wird ein neues blockorientiertes Gerät mit einem neuen Namen z. B. [/dev/md0] erzeugt.
Man wählt nun die Geräte und das Raid Level aus. Ins unserem Fall also:
sudo mdadm --create /dev/md0 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda1 /dev/sdb1
Das dauert jetzt ein Weilchen (bei mir bei 2x 2TB Festplatten ca. 4 Stunden)! Mit
watch -n1 cat /proc/mdstat
kann man dem aktuellen Stand folgen (Ansicht mit Strg+C beenden)
Sobald der Prozess beendet ist, speichern wir die Raid-Konfiguration, damit sie auch nach einem Systemneustart bestehen bleibt. Ansich sollte das automatisch funktionieren mit
sudo mdadm --examine --scan --verbose >> /etc/mdadm/mdadm.conf
Da ich hierbei allerdings eine Fehlermeldung zu fehlender Berechtigung erhalte, rufe ich die Informationen stattdessen erst ab mit
sudo mdadm --examine --scan --verbose
was mir folgendes ausgibt:
ARRAY /dev/md/0 level=raid1 metadata=1.2 num-devices=2 UUID=dac98faa:44dea199:9641e2d6:4705c10a name=BJHomebrew:0
devices=/dev/sdb1,/dev/sda1
Nun öffne ich die Konfigurationsdatei mit
sudo nano /etc/mdadm/mdadm.conf
gebe unter MAILADDR meine aktuelle E-Mail Adresse ein (wichtig falls später Mailbenachrichtigungen erwünscht sind) und kopiere die Ausgabe unter die letzte Zeile der Datei. Dann wird gespeichert und die Datei geschlossen.
Jetzt noch ein Update mit
sudo update-initramfs -u -k all
Nun wird das Raid formatiert mit
mkfs.ext4 -v -m .5 -b 4096 -E stride=128,stripe-width=128 /dev/md0
Genauere Ausführung zur Formatierung hier.
Nun erstellen wir einen Ordner mit
sudo mkdir /mnt/raid1
und hängen den Raid-Verbund ein mit
mount /dev/md0 /mnt/raid1
Damit das Raid auch nach einem Neustart wieder ordentlich gemountet wird, öffnen wir fstab mit
sudo nano /etc/fstab
Dort tragen wir nach der letzten Zeile folgendes ein:
/dev/md0 /mnt/raid1/ ext4 defaults,nosuid,noexec,nodev 1 2
Der Zugriff auf das Raidsystem ist ab sofort über den Pfad ‚/mnt/raid1/‘ möglich.